Jenseits des dritten Astes – Personalisiertes Kinderbuch
Eine Freundschaft über den Graukamm
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„Jenseits des dritten Astes“ zum Nachlesen
Der vollständige Text dieses Beispielbuchs – zum Vorlesen oder um ein Gefühl für Länge und Erzählstil zu bekommen.
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Malik hatte beim Klettern eine feste Regel: nie höher als bis zum dritten Ast. Darüber begann sich die Welt zu drehen und in seinem Bauch wurde es kalt wie in einem Kühlschrank. An diesem Nachmittag saß er gerade auf dem dritten Ast einer alten Buche, als es über ihm krachte. Zweige brachen, Blätter wirbelten und dann regneten Federn herab, große, goldbraune Federn. Was fiel da bloß vom Himmel?
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Hinter den Brombeeren lag ein Wesen, von dem Malik bisher nur in Büchern gelesen hatte: ein junger Greif. Ein Flügel hing schief herab und die Dornen hatten sich tief ins Gefieder gehakt. Der Greif fauchte, dann legte er den Kopf schief. „Du siehst mich?“, fragte er verblüfft. „Menschen sehen uns nie. Nur wenn wir einem von ihnen in großer Not vertrauen.“ Er seufzte leise. „Ich bin Aris. Und ich glaube, ich vertraue dir.“
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Malik hatte Angst vor dem scharfen Schnabel, doch sein Mitleid war größer. Vorsichtig löste er einen Dorn nach dem anderen. Dann schiente er den Flügel mit zwei geraden Stöcken und wickelte das Seil aus seinem Rucksack darum, so fest, dass nichts verrutschte, und so locker, dass nichts drückte. Ganz in der Nähe stand eine verlassene Köhlerhütte mit eingesunkenem Dach. „Dort bist du sicher“, sagte Malik. „Und niemand wird etwas davon erfahren.“
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Von da an lief Malik jeden Tag nach der Schule in den Wald. Er fand schnell heraus, dass ein Greif kein rohes Fleisch mag, sondern Birnen, und zwar so viele, dass der Rucksack fast platzte. Zum Dank brachte Aris ihm den Greifenruf bei, ein helles, langes „Kriiiaa!“. Bei Malik klang er allerdings wie eine rostige Fahrradklingel. Aris lachte so sehr, dass ihm eine Feder aus dem Schopf fiel.
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Abends, wenn die Sonne schräg durch die Bretter fiel, erzählte Aris vom Bergreich hinter dem Graukamm. Dort wohnten die Greifen in Horsten aus Kristall und dort wartete seine Mutter Kaira. Ein Sturm hatte ihn bei seinem ersten weiten Flug fortgerissen. Malik merkte, wie sehr Aris sein Zuhause vermisste, und er wünschte sich nichts mehr, als ihm zu helfen. Nach zwei Wochen nahm er das Seil ab. Der Flügel war geheilt.
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Doch als Aris losflog, kam er nur bis zu den Baumwipfeln, dann taumelte er zurück. „Für den weiten Flug bin ich noch zu schwach“, sagte er niedergeschlagen. „Und zu Fuß schaffe ich die Felsen nicht allein. Unser Reich liegt im Nebel. Hinein findet nur, wer ganz oben vom Grat aus ruft und Antwort bekommt.“ Malik sah zu den Gipfeln hinauf und schluckte. Ganz oben. Trotzdem sagte er: „Ich bringe dich hin.“
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Am Samstag brachen sie beim ersten Licht auf. Am Fuß des Graukamms legte Aris seine Kralle an eine Felswand und ein Tor aus Licht öffnete sich. Dahinter lag eine Welt, die Malik den Atem raubte: Wiesen voller blauer Blumen, die leise klingelten, Steinböcke mit gläsernen Hörnern und Berge, deren Spitzen in den Wolken verschwanden. Malik spürte Staunen und Angst zugleich und beides war riesig.
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Bald wurde der Pfad so schmal wie ein Regalbrett. Links ragte der Fels auf, rechts ging es hinab, tiefer als jeder Baum hoch war. Malik blieb stehen. Seine Knie wurden weich und die Angst war so groß, dass er keinen Schritt mehr gehen konnte. Aris sah ihn ruhig an. „Schau nicht hinunter. Schau nur auf mich.“ Da hatte Malik eine Idee. Er band sich das Seil um den Bauch und knotete das andere Ende um Aris.
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Mit dem Seil zwischen ihnen ging es besser. Schritt für Schritt tastete Malik sich voran und hielt den Blick fest auf Aris gerichtet. Jedes Mal, wenn das Seil sanft ruckte, wusste er, dass sein Freund da war. Am Ende des Pfades lösten sie beide Knoten, Malik rollte das Seil zusammen und ließ sich auf einen Stein fallen. Er zitterte noch, aber in ihm wuchs etwas Neues, klein und warm: Stolz. „Das war viel höher als der dritte Ast“, sagte er.
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Gegen Mittag erreichten sie eine Felsrinne, die steil nach oben führte. Aris versuchte hinaufzuflattern, doch mitten im Flug knickte sein Flügel ein. Er rutschte ab und blieb an einem Vorsprung hängen, die Krallen im Geröll, unter sich nichts als Luft. „Malik!“ Die Angst packte Malik wie eine eiskalte Hand. Aber Aris hatte ihn auf dem schmalen Pfad nicht allein gelassen. Und er würde Aris jetzt auch nicht allein lassen.
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Malik schlang das Seil zweimal um einen dicken Felszacken, genauso sorgfältig wie damals um den Flügel. Dann kletterte er hinunter, Griff für Griff, wie an der alten Buche, nur dass hier kein Ast kam, auf dem er sich ausruhen konnte. Er band Aris das Seilende um die Brust. „Du stemmst dich mit den Hinterbeinen ab, ich ziehe!“ Gemeinsam schafften sie es, bis beide oben im Gras lagen, keuchend und lachend vor Erleichterung.
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Am späten Nachmittag standen sie endlich auf dem Grat. Vor ihnen wogte ein Meer aus weißem Nebel. Aris rief: „Kriiiaa!“ Doch der Wind riss den Ruf fort, bevor er weit kam. Er rief noch einmal und noch einmal, aber niemand antwortete. Aris ließ den Kopf hängen, so mutlos hatte Malik ihn noch nie gesehen. Da entdeckte Malik neben ihnen eine schmale Felsnadel, deren Spitze hoch über den Nebel hinausragte.
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Ich muss da hinauf, dachte Malik, und sein Herz hämmerte. „Das ist zu gefährlich“, sagte Aris leise. „Dann halt mich gut fest“, antwortete Malik und gab ihm das Seilende. Er kletterte los. An jedem Griff wollte die Angst ihn hinunterziehen, doch er dachte an Kaira, die wartete, und kletterte weiter. Ganz oben, im goldenen Abendlicht, holte er tief Luft und rief, so laut er konnte: „Kriiiaa!“ Es klang wie eine rostige Fahrradklingel.
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Einen Herzschlag lang blieb es still. Dann antwortete es aus dem Nebel, hell und vielstimmig: „Kriiiaa!“ Der Nebel teilte sich wie ein Vorhang und dahinter glitzerten die Horste aus Kristall. Eine große Greifin schoss heran und Aris warf sich jubelnd an ihre Brust. Als Malik wieder unten war, sah Kaira ihn lange an. „Du hast ihn heimgerufen, mit der schiefsten Stimme, die ich je gehört habe“, sagte sie. „Und mit der schönsten.“
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Kaira trug Malik und Aris auf ihrem Rücken über das Gebirge zurück, denn Aris' Flügel musste sich erst noch eine Weile erholen, bevor er wieder selbst so weit fliegen konnte. Malik sah hinunter und merkte, dass seine Angst ganz klein geworden war. An der alten Buche versprach Aris: „Am Samstag komme ich wieder. Bring Birnen mit!“ Als die Greifen davonflogen, kletterte Malik am dritten Ast vorbei bis in die Spitze. Gleich würde er nach Hause laufen, ins Warme, wo man schon auf ihn wartete. Doch erst rief er, schief und laut: „Kriiiaa!“ Und aus dem Abendrot antwortete sein Freund.
Über dieses personalisierte Kinderbuch
„Jenseits des dritten Astes“ ist ein Beispielbuch von Kreativbuch. Genau so ein Buch kannst du für dein eigenes Kind erstellen: mit Namen, Aussehen und bis zu fünf Charakteren, vom Geschwisterkind bis zum Haustier. Geschichte und Illustrationen entstehen dabei jedes Mal individuell neu.
Dieses Buch wurde im Stil „Malerisches Kinderbuch“ illustriert, einem von 13 Illustrationsstilen, aus denen du beim Erstellen wählen kannst.
Die Geschichte eignet sich für Kinder im Alter von 9-12 Jahren und umfasst 15 illustrierte Seiten.
Häufige Fragen zu diesem Buch
- Kann mein Kind die Hauptrolle in einem Buch wie „Jenseits des dritten Astes“ spielen?
- Ja. Du legst Name und Aussehen deines Kindes fest und kannst bis zu fünf Charaktere hinzufügen. Die Geschichte und alle Illustrationen werden individuell für dein Kind erstellt.
- In welchen Formaten gibt es ein Buch wie „Jenseits des dritten Astes“?
- Als digitales PDF zum Sofort-Download oder gedruckt als Softcover und Premium-Hardcover mit 32 Seiten in Vollfarbe. Die aktuellen Preise findest du auf der Preisseite.
- Wie lange dauert es, ein eigenes Buch zu erstellen?
- Das digitale PDF ist in etwa 15 bis 30 Minuten fertig. Gedruckte Bücher kommen ungefähr 4 bis 9 Tage nach deiner Druckfreigabe bei dir an.
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